Québec gestern und heute
Eine bewegte Geschichte
Der Seefahrer Jacques Cartier erreicht 1534 die Küste von Gaspé und nimmt das über Jahrtausende hinweg von Indianern und Inuit bewohnte Land für den französischen König François I. in Besitz. 1608 landet Samuel de Champlain am Nordufer des Sankt-Lorenz-Stroms an einer Stelle, die von den Indianern Kébec genannt wird. 1642 gründet Paul Chomedey de Maisonneuve das Missionsdorf Ville-Marie, aus dem gegen Ende des 18. Jahrhunderts das heutige Montréal hervorgeht.
Von einer Krone zur anderen
Von 1660 bis 1713 beschleunigt sich die Expansion Neufrankreichs. Während des englisch-französischen Kolonialkrieges belagern die Armeen unter General Wolfe Québec. Am 13. September 1759 besiegelt die Schlacht auf den Plaines d’Abraham die Niederlage der französischen Truppen unter General Montcalm. Vier Jahre später tritt der französische König mit dem Friedensvertrag von Paris “Kanada und alle davon abhängigen Gebiete“ an die britische Krone ab. Dies setzt eine massive Einwanderungswelle englischer, irischer und schottischer Siedler in Gang.Das Verfassungsgesetz von 1791 teilt die Kolonie in ein fast ausschließlich anglophones Ober-Kanada (Ontario) und das überwiegend frankophone Unter-Kanada (Québec). In den Jahren 1837 und 1838 weitet sich der Verfassungskonflikt um eine liberale Verfassung in Unter-Kanada zur “Rebellion der Patrioten“ gegen die britische Herrschaft aus, die in einer vernichtenden Niederlage durch die englische Armee endet. Mit dem Inkrafttreten des « Britisch-Nordamerika-Gesetzes » werden 1867 die kanadischen Provinzen zu einer Föderation zusammen geschlossen.
Aufbruch in die Moderne
Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts ist das wirtschaftliche Leben Québecs eng mit der Land- und Forstwirtschaft verbunden. Im Zuge der fortschreitenden Verstädterung und der industriellen Entwicklung ziehen immer mehr Menschen vom Land in die Stadt. Die 60er Jahre sind von der «révolution tranquille», der Stillen Revolution, geprägt, die grundlegende soziale Veränderungen einleitet, während im darauffolgenden Jahrzehnt die Debatte über die Vorherrschaft der französischen Sprache beginnt. 1976 kommt die Parti Québécois unter dem Vorsitz von René Lévesque an die Macht. Vier Jahre später lehnt die Bevölkerung Québecs, wie schon 1955, in einem Referendum das Projekt der Parti Québécois über eine mit Kanada assoziierte Souveränität ab.Kulturerbe: die Vergangenheit in der Gegenwart
Die Straßen von Québec sind auch heute noch vielerorts vom meist sehr einfachen Leben der ersten Siedler geprägt. Unzählige Bauwerke – Siedler- und Herrschaftshäuser, alte Kirchen und Kapellen, überdachte Holzbrücken, Mühlen und Leuchttürme – erinnern heutige und künftige Generationen an längst vergangene Zeiten. Mit der Einstufung der historischen Altstadt von Québec City als Weltkulturerbe belohnte die Unesco die Bestrebungen, eine der bedeutendsten historischen Stätten Québecs zu bewahren. Dadurch wird auch die Erhaltung des architektonischen Erbes gefördert, das seit über drei Jahrhunderten vom Alltag der Québécois in Amerika zeugt.
Familiengeschichten
Zahlreiche Besucher aus Nordamerika und Europa reisen nach Québec, um alte oder jüngere Verzweigungen ihres Stammbaums zu erforschen. Und manchmal ergibt sich tatsächlich ein freudiges Wiedersehen oder eine überraschende Entdeckung!





Geografische Lage
Québec heute

